Lean Farming Beratung
Weniger Suchen, weniger Leerlauf, weniger Nacharbeit — bei gleichem Ergebnis. Lean Farming für Genossenschaften, Verbände, Molkereien und Höfe: Prozessanalyse vor Ort, Seminare für Mitgliedsbetriebe, Vorträge. Von einem zertifizierten Lean Farming® Master Trainer.
Auf den meisten Betrieben geht ein erheblicher Teil der Arbeitszeit für Dinge drauf, die niemand bezahlt: Suchen, Warten, Doppeltmachen, Nacharbeiten. Das ist keine Frage von Fleiß. Es ist eine Frage von Abläufen, die über Jahre gewachsen sind und die nie jemand angeschaut hat, weil alle zu beschäftigt waren.
Lean Farming schaut sie an. Ich bin seit 2020 Lean Farming® Master Trainer, zertifiziert von Susanne Pejstrup in Dänemark, die die Methode für die Landwirtschaft entwickelt hat. Was Lean Farming ist und woher es kommt, steht ausführlich auf der Methodenseite. Hier steht, was ich damit mache und was es kostet.
Auf dieser Seite: wer mich dafür bucht, die vier Formate, was es kostet, welche Förderung für wen greift und warum das kaum jemand richtig weiß, wie eine Anfrage läuft und wann ihr mich nicht braucht.
Wer mich dafür bucht
- Genossenschaft oder Erzeugergemeinschaft
- Ihr habt Mitgliedsbetriebe, die alle dasselbe Problem haben: zu viel Arbeit, zu wenig Leute, und niemand weiß, wo die Stunden hingehen. Ein Lean-Programm über mehrere Betriebe ist wirksamer als zwanzig Einzelberatungen, weil die Betriebe voneinander abschauen.
- Verband oder Kammer
- Ihr braucht ein Format für euer Bildungsprogramm, das nicht schon dreimal gelaufen ist. Lean Farming ist im deutschsprachigen Raum kaum besetzt, die Nachfrage bei Mitgliedern ist da, und es lässt sich als Tagesseminar oder als Reihe fahren.
- Molkerei, Verarbeitung, Vermarktung
- Zwischen Rohstoff und Regal liegen bei euch mehr Stationen, als irgendwer im Kopf hat. Hier zieht die Wertstromanalyse am meisten — und hier greift, anders als bei euren Lieferbetrieben, tatsächlich Beratungsförderung.
- Einzelbetrieb im Umbruch
- Generationswechsel, Betriebszweig raus oder rein, Personalwechsel im Stall. Momente, in denen ohnehin alles angefasst wird — der günstigste Zeitpunkt, Abläufe neu zu ordnen, statt die alten mitzuschleppen.
- Betrieb mit Mitarbeitenden
- Der Punkt, an dem Lean vom Aufräumen zur Führungsfrage wird. Sobald mehr als zwei Menschen dieselbe Arbeit unterschiedlich machen, kostet das Zeit, Nerven und Tierwohl. Standardarbeit ist hier kein Bürokratieprojekt, sondern eine Entlastung.
- Solawi und Marktgärtnerei
- Der Betriebstyp, für den Ben Hartman die Methode ursprünglich übersetzt hat. Viele Handgriffe, kurze Wege, saisonale Überlastung — Lean greift hier schnell und sichtbar, oft ohne einen Euro Investition.
Auftraggeber in dieser Branche waren unter anderem Arla, Masterrind, Demeter und die Junge Wilde Academy. Der Überblick steht auf Landwirtschaft & Genossenschaften.
Vier Formate
Bezahlt wird das Ergebnis, nicht die Anwesenheit. Deshalb stehen hier Formate mit Lieferung statt Zeitkontingente.
Lean-Check vor Ort
Der Einstieg. Ein Tag Gemba — mitlaufen, zuschauen, fragen, messen, ohne im selben Moment Ratschläge zu verteilen. Danach ein Befund, der benennt, wo die Stunden hingehen, und drei Maßnahmen, die ihr ohne mich umsetzen könnt.
Was enthalten ist
- Vorgespräch mit Betriebs- oder Bereichsleitung, 30 Minuten
- Ein Tag Begehung mit den Menschen, die die Arbeit machen — nicht nur mit der Leitung
- Schriftlicher Befund entlang der acht Verschwendungsarten, mit Fotos
- Drei priorisierte Maßnahmen mit Aufwandsschätzung, umsetzbar ohne Berater
- Nachgespräch nach sechs Wochen, 45 Minuten
Für Genossenschaften, Vereine, gemeinnützige Träger und Bildungseinrichtungen: ab 1.200 € netto.
Lean-Seminar für Mitgliedsbetriebe
Das Format für Genossenschaften, Verbände und Kammern. Kein Frontalvortrag über Toyota, sondern ein Arbeitstag: Die Teilnehmenden bringen eigene Abläufe mit und gehen mit einer Arbeitsanweisung und einem 5S-Plan für den eigenen Betrieb wieder raus.
Was enthalten ist
- Abstimmung mit euch auf Betriebstypen und Betriebszweige eurer Mitglieder
- Ein Arbeitstag: acht Verschwendungsarten, 5S, Standardarbeit, Kaizen-Runde
- Jede und jeder erarbeitet eine eigene einseitige Arbeitsanweisung
- Arbeitsmaterial und Vorlagen zum Weitergeben an eure Mitglieder
- Optional als Reihe über mehrere Termine mit Umsetzung dazwischen
Für Genossenschaften, Vereine, gemeinnützige Träger und Bildungseinrichtungen: ab 3.000 € netto.
Vortrag Lean Farming
Für Mitgliederversammlung, Verbandstagung, Fachtag oder Feldtag. Was Lean Farming ist, was es nicht ist, wo es an seine Grenze stößt — mit Beispielen aus Stall und Beet statt aus der Autofabrik. Online ab 2.200 € netto.
Was enthalten ist
- Vorgespräch und Zuschnitt auf eure Mitglieder
- Fragerunde im Anschluss
- Ankündigungstext, Kurzbiografie und Technikangaben vorab
- Auf Wunsch anschließende Werkstatt am selben Tag
Für Genossenschaften, Vereine, gemeinnützige Träger und Bildungseinrichtungen: ab 2.800 € netto.
Begleitung über mehrere Monate
Für Betriebe und Genossenschaften, die Lean nicht als Aktion, sondern als Arbeitsweise wollen. Aufbau der Kaizen-Routine, Begleitung der ersten Verbesserungszyklen, Qualifizierung eigener Leute, damit ich mich überflüssig mache. Umfang und Honorar nach Zuschnitt.
Was enthalten ist
- Lean-Check als Ausgangspunkt
- Feste monatliche Termine, vor Ort oder online im Wechsel
- Aufbau interner Bereichsverantwortlicher statt Abhängigkeit vom Berater
- Kennzahl vereinbaren und über die Laufzeit verfolgen
Was es kostet
- Lean-Check vor Ort, ein Tag plus schriftlicher Befund: ab 1.500 € netto
- Lean-Seminar, ein Tag, bis 16 Teilnehmende: ab 3.750 € netto
- Vortrag, 60 bis 90 Minuten: ab 3.500 € netto, online ab 2.200 € netto
- Begleitung über mehrere Monate: nach Zuschnitt
Genossenschaften, Vereine, gemeinnützige Träger und Bildungseinrichtungen zahlen 20 % weniger: ab 1.200 € netto für den Check, ab 3.000 € für das Seminar, ab 2.800 € für den Vortrag. Das ist kein Verhandlungsergebnis, das gilt automatisch — und es trifft in dieser Branche auf die meisten Auftraggeber zu.
Dazu kommen die gesetzliche Umsatzsteuer sowie Reise- und Übernachtungskosten. Vertragspartner ist die Tools for Tomorrow GmbH. Dieselbe Preislogik und ihre Herleitung stehen auf der Vortragsseite.
In der Beratungsbranche hält üblicherweise jeder sein Honorar hinter der Anfrage zurück. Ihr sollt erst ein Formular ausfüllen, dann ein Gespräch führen, und erfahrt am Ende, dass es das Dreifache eures Budgets ist. Sind wir noch ganz bei Trost? Ihr verantwortet ein Budget und vergleicht Angebote. Deshalb stehen die Zahlen hier.
Welche Förderung für wen greift
Der Abschnitt, an dem die meisten Anfragen hängen bleiben, und den sonst niemand aufschreibt. Es gibt drei Töpfe, sie schließen sich gegenseitig teilweise aus, und wer der Antragsteller ist, entscheidet alles.
Einzelbetriebe: die Beratungsförderung der Länder
Fast jedes Bundesland fördert einzelbetriebliche Beratung, und die Programme sind völlig unterschiedlich konstruiert. Bayern bezuschusst die Beratungsstunde mit bis zu 60 € im Rahmen der Verbundberatung. Nordrhein-Westfalen zahlt eine Vollkostenpauschale von 1.868 € je Beratungsmodul ab zehn Beratungsstunden, gedeckelt auf 25.000 € je Betrieb in drei Jahren. Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein fördern bis zu 1.500 € je Modul, teils zu 100 %. Sachsen-Anhalt erkennt bis zu 120 € je Beratungsstunde an und fördert davon 90 %.
Diese Zahlen sind untereinander nicht vergleichbar — mal ist es ein Zuschuss zur Stunde, mal eine Pauschale, mit der alles abgegolten ist. Was sie gemeinsam haben: Sie zielen auf den einzelnen Betrieb, nicht auf Verbandsarbeit, und sie laufen über anerkannte Beratungsorganisationen. Wenn ihr diesen Weg gehen wollt, klärt das vor der Anfrage mit eurer Kammer oder Bewilligungsbehörde. Ich kann dazu beraten, ich kann es nicht beantragen.
Molkereien und Verarbeitungsgenossenschaften: BAFA
Hier liegt der Punkt, den in der Branche kaum jemand kennt. Die BAFA-Förderung „Unternehmensberatung für KMU" schließt landwirtschaftliche Primärerzeugung ausdrücklich aus — das steht wörtlich im Merkblatt zu den Antragsberechtigten. Ebenfalls ausgeschlossen sind gemeinnützige Vereine und Stiftungen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts, womit auch Verbände und Kammern herausfallen.
Verarbeitung und Vermarktung sind aber keine Primärerzeugung. Eine Molkerei, eine verarbeitende Genossenschaft, eine Vermarktungsorganisation kann den Zuschuss beantragen, wenn sie die KMU-Kriterien erfüllt: bis zu 3.500 € förderfähige Beratungskosten bei maximal fünf Beratungstagen, davon 80 % in den neuen und 50 % in den alten Bundesländern.
Betriebe mit Beschäftigten: INQA-Coaching
Der für Lean-Arbeit passendste Topf, weil er genau auf Prozess- und Personalthemen zielt. INQA-Coaching fördert 80 % von bis zu zwölf Beratungstagen innerhalb von sieben Monaten, mit einem maximal ansetzbaren Tagessatz von 1.200 €. Ich bin vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales autorisierter INQA-Coach, kann das also selbst durchführen.
Alle Angaben Stand August 2026 und ohne Gewähr — Förderprogramme ändern sich, und die Bewilligungsbehörde entscheidet, nicht ich. Was ich zusagen kann: Ich sage euch im Vorgespräch ehrlich, welcher Weg für euren Fall überhaupt in Frage kommt, auch wenn dabei herauskommt, dass es keinen gibt.
Wie eine Anfrage läuft
- Anfrage. Wer ihr seid, welcher Betriebstyp, wie viele Menschen, und woran es gerade am meisten hakt. Ein Absatz reicht. Antwort innerhalb eines Werktags.
- Kurzes Gespräch. Zwanzig Minuten, unverbindlich. Dabei klärt sich, ob Lean euer Problem überhaupt trifft. Wenn nicht, sage ich das.
- Angebot. Schriftlich, mit Format, Honorar, Reisekosten und Stornoregelung getrennt ausgewiesen, damit es durch euer Gremium geht. Auf Wunsch mit Hinweis auf den passenden Förderweg.
- Vorbereitung. Bei Betrieben: kurzer Fragebogen zu Betriebszweigen, Personal und Arbeitszeiten. Bei Verbänden: Abstimmung auf die Betriebstypen eurer Mitglieder.
- Durchführung. Vor Ort. Lean-Arbeit findet dort statt, wo die Arbeit stattfindet, nicht im Tagungshaus.
- Nachlauf. Beim Check das Gespräch nach sechs Wochen. Beim Seminar Material, das ihr an eure Mitglieder weitergeben dürft.
Wann ihr mich nicht braucht
Den Absatz schreibt sonst keiner. Er spart uns beiden ein Erstgespräch.
Wenn ihr eine betriebswirtschaftliche Beratung sucht, geht zu einer Unternehmensberatung für Landwirtschaft. Ich rechne euch keine Investition durch, ich mache keine Betriebszweigauswertung und ich baue kein Betriebskonzept für die Bank. Ich arbeite an Abläufen.
Wenn das eigentliche Problem eine Strategiefrage ist, hilft Lean nicht. Ob ihr in die Direktvermarktung geht, ob der Betrieb geteilt wird, ob der Betriebszweig bleibt — das sind keine Prozessfragen. Ein Betrieb, der seine Strategiefrage mit 5S beantwortet, hat am Ende einen sehr ordentlichen Werkzeugraum und dasselbe Problem. Dafür arbeite ich mit anderen Werkzeugen: Effectuation und Nebelkompetenzen.
Wenn die Betriebsleitung nicht mitmacht, lasst es. Lean scheitert immer am selben Punkt: an der festen Verbesserungsrunde, die nach drei Monaten ausfällt, weil gerade Ernte ist. Wenn die Leitung dafür keinen Termin freihält, ist das Geld für den Check besser in etwas anderem angelegt. Ich sage euch das im Vorgespräch und nicht hinterher.
Und wenn ihr eine Zahl hören wollt: Ich verspreche euch keine dreißig Prozent Arbeitszeitersparnis. Es gibt für solche Zahlen keine belastbare Studie, in keiner Sprache — ich habe gesucht, was es gibt, und es ehrlich aufgeschrieben. Was Anwender übereinstimmend berichten, ist bessere Arbeitsqualität und mehr Ruhe im Ablauf. Das ist etwas anderes als eine Prozentzahl, und mir ist lieber, ihr wisst das vorher.
Anfragen
Ein Absatz mit Betriebstyp, Größenordnung und der Frage, an der es hakt, reicht für den Anfang. Antwort innerhalb eines Werktags.
hallo@simonsteiner.de +49 176 84844788
Ihr wollt erst verstehen, worum es geht? Lean Farming — die Methode. Ihr sucht einen Vortrag für eine größere Bühne? Keynote Speaker buchen. Ihr sucht einen Termin in einem laufenden Programm? Gastvortrag buchen.