Simon Steiner
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Standpunkt · Zukunft 20. April 2025

Sei kein Zukunftsfeigling

Wie du Wandel akzeptierst und Zukunftsmut entwickelst.

Sei kein Zukunftsfeigling

In letzter Zeit habe ich vermehrt Phrasen gelesen wie: „Krisengequatsche”, „Klima-Hysterie” oder „Kriegs-Blabla”.

Mal abgesehen von diesem kaum erträglichen Zynismus vor dem Hintergrund, dass wegen all dieser globalen Phänomene kurz mal etliche Millionen Menschen ihr Leben lassen, ihre Lebensgrundlage oder ihre Familien verlieren, zeigt mir das vor allem eines:

Hier sprechen Zukunftsfeiglinge.

Menschen, die nicht anpacken und nach Möglichkeiten suchen wollen, die Zukunft zu gestalten. Sondern jene, die den Status-quo in einer sich wandelnden Welt mit aller Kraft meinen verteidigen zu müssen. Möglicherweise, weil ihnen die Vorstellungskraft fehlt, welchen Beitrag sie in einer Welt von morgen leisten können. Aber daran lässt sich arbeiten.

Woran du Zukunftsfeigheit erkennst

  • Du neigst dazu, globale Herausforderungen wie den Klimawandel als „Hysterie” abzutun oder sie zu ignorieren.
  • Du suchst und akzeptierst hauptsächlich Informationen, die deinen bestehenden Überzeugungen entsprechen, und ignorierst widersprüchliche Informationen.
  • Du leugnest oder bagatellisierst wissenschaftliche Erkenntnisse über globale Herausforderungen.
  • Du fühlst dich von Veränderungen bedroht und versuchst, den Status quo aufrechtzuerhalten.
  • Du bist entweder fatalistisch optimistisch („alles wird gut”) oder fatalistisch pessimistisch („alles ist verloren”) und glaubst, dass individuelle Anstrengungen zur Veränderung nutzlos sind.
  • Du tust das Infragestellen des Status-quo schnell als „Ideologie” ab und neigst dazu, neue Ideen als „Diktatur”, „Verbot” oder „Wahn” zu diskreditieren.
  • Du argumentierst trotz dramatischen Fachkräftemangels nach wie vor mit „Arbeitsplätzen”, die „geschützt” werden müssen.

Damit bist du nicht allein. Zukunftsfeigheit entsteht u.a. durch psychologische Mechanismen wie Kognitive Dissonanz, Verdrängung oder Bestätigungsfehler. Sie können dazu führen, dass Menschen unangenehme Informationen über globale Herausforderungen vermeiden und den Status quo aufrechterhalten wollen, statt zu handeln und in ungewisses Terrain vorzudringen. Hinzu kommen sozioökonomische Faktoren: Finanzielle Interessen, Mangel an Vorstellungskraft und der Wunsch nach Stabilität können dazu führen, dass Menschen den Status-quo verteidigen wollen und zukunftsfeige agieren.

Von der Zukunftsfeigheit zum Zukunftsmut

Possibilismus. Entwickle die Fähigkeit, die verschiedenen Möglichkeiten und Potenziale der Zukunft zu erkennen und aktiv nach Chancen zu suchen, um eine positive Veränderung herbeizuführen.

Hinterfrage deine eigenen Glaubenssätze und Ideologien. Sei offen dafür, deine Annahmen und Überzeugungen zu hinterfragen, und entwickle eine kritische Denkweise, um besser informierte Entscheidungen über die Zukunft zu treffen.

Pflege einen gesunden Bezug zur Wissenschaft. Achte auf wissenschaftliche Erkenntnisse und Fakten, und sei bereit, dein Verständnis der Welt und der globalen Herausforderungen auf der Grundlage neuer Informationen anzupassen.

Pilot in the Plane. Betrachte dich selbst als aktiven Gestalter deiner Zukunft, anstatt dich als passiven Beobachter der Umstände zu sehen. Übernimm Verantwortung für dein Leben und dein Handeln, um aktiv an der Gestaltung der Zukunft teilzunehmen.

Verfolge ein Leitbild und bleib dabei flexibel. Lass dich von einer langfristigen Vision leiten und sei offen für Veränderungen. Nutze vorhandene Ressourcen und Kreativität, um die Zukunft aktiv und anpassungsfähig zu gestalten.

Vernetze dich mit Gleichgesinnten. Suche nach Gruppen und Organisationen, die sich für die Lösung globaler Herausforderungen einsetzen, und beteilige dich aktiv an Diskussionen, Projekten und Initiativen, die eine positive Veränderung fördern.

Fördere Empathie und Mitgefühl. Versuche, die Perspektiven und Bedenken anderer Menschen besser zu verstehen, und arbeite gemeinsam mit ihnen an Lösungen, um globale Herausforderungen zu bewältigen.

Lerne, mit Unsicherheit und Veränderung umzugehen. Akzeptiere, dass die Zukunft ungewiss ist und dass Veränderung unvermeidlich ist. Entwickle die Fähigkeit, flexibel auf neue Situationen zu reagieren und aus Fehlern und Rückschlägen zu lernen.

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